Dienstag, 13. März 2018

verzögertes Lebenszeichen

Mein Traum von der Ankunft wurde bei einem Zwischenstopp in Bogota von einem mittelschweren Nachtmahr angefallen. Er ließ nicht mehr von mir ab. Ich wollte flüchten, doch mein Flug nach Lima ließ mich in Stich. 
Delayed. Gelbe Buchstaben auf schwarzem Grund. Ein großgewachsener junger Mann beobachtete meine Gesichtszüge. Er sah sehr europäisch aus und kam aus Brasilien. Arthur verbrachte die dreizigminütige Wartezeit mit mir. Und auch jede darauffolgende. Er sprach fließend Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Mein Glück, denn die Zeit verging und stattdessen gesellten sich spannende Fragen zu uns. Warum sind die Toilettenschüsseln in Kolumbien fast bis zum Rand gefüllt mit Wasser, so als seien sie verstopft? Wer kommt auf die Idee, auf einem Flughafen Hochflorteppich zu verlegen? Und wieso schmecken in der Luft nicht mehr alle Teesorten so gut wie am Boden?

Montag, 5. März 2018

Aufbruchsabschiedssentimentalität

Ich habe heute zwei besondere Momente in meinem Reisekoffer der Erinnerungen abgespeichert. Meine Mutter und die wohlmöglich zauberhaftesten 5jährigen Mädchen umringen mich. Ich spüre ihre guten Wünsche durch die Umarmung hindurch. Ortswechsel. In Berlin schließt mich mein Vater in die Arme. Und gibt mir die schönsten Worte mit auf Reisen. Er entlässt mich in meine Lernzone.
Ich soll nicht allzu sorglos sein. Doch genau das möchte ich: sorglos. Ich weiß, wie ihr es meintet. Für eure Sorgen Gedanken um mich, bin ich dankbar. Ich schätze sie. Und baue darauf. Dass ihr im Geiste bei mir seid, stärkt mich. Ich vertraue euch, denn ihr seid immer für mich da.